Leitfaden

EU AI Act: Fahrplan für Software-Anbieter

von Dr. Lena Hoffmann · veröffentlicht 18.06.2026 · zuletzt aktualisiert 02.07.2026

Was der EU AI Act für Anbieter von KI- und Softwarelösungen konkret bedeutet – Risikoklassen, Pflichten und ein pragmatischer Umsetzungsplan.

Der EU AI Act ist die erste umfassende Regulierung künstlicher Intelligenz weltweit. Für Software-Anbieter ist entscheidend, in welche Risikoklasse ihr System fällt: minimales, begrenztes, hohes oder unannehmbares Risiko. Die meisten B2B-SaaS-Anwendungen bewegen sich im Bereich des begrenzten Risikos und unterliegen vor allem Transparenzpflichten.

Der erste Schritt ist eine ehrliche Selbsteinstufung. Dokumentieren Sie, an welchen Stellen Ihres Produkts KI zum Einsatz kommt, welchem Zweck sie dient und welche Modelle im Hintergrund arbeiten. Diese Transparenz ist nicht nur regulatorisch gefordert, sondern zunehmend ein Einkaufskriterium.

Für Anbieter mit Hochrisiko-Anwendungen kommen weitergehende Pflichten hinzu: Risikomanagement, Daten-Governance, technische Dokumentation, menschliche Aufsicht und Robustheit. Die gute Nachricht: Wer die Kriterien einer strukturierten Selbstauskunft wie des TrustedSign-Katalogs erfüllt, hat die Grundlagen für die AI-Act-Konformität weitgehend gelegt.

Unser Rat: Beginnen Sie niedrigschwellig. Übernehmen Sie das KI-Manifest (EU) als öffentliche Selbstverpflichtung, machen Sie den kostenlosen Selbst-Check und arbeiten Sie die aufgezeigten Lücken ab. So entsteht Schritt für Schritt ein belastbares Governance-Fundament.

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